Das Paar und Sexualität

Männer sind bis in das hohe Alter sexuell aktiv. Eine Umfrage an 2341 Männer und Frauen im Alter von 18-93 Jahren der Universität Leipzig im Jahr 2007 zeigte, dass mehr als 95% aller untersuchten Frauen im Alter von 18-50 Jahren sexuell aktiv waren. Aber auch 63% der 61-70-jährigen Frauen und immerhin 1/3 der Frauen über 70 Jahre waren sexuell aktiv. Für Frauen ist es wichtig, dass sie in einer festen Partnerschaft leben, damit sie auch im höheren Alter noch sexuell aktiv sind.

Etwas anders stellt es sich für die Männer dar. Hier sind knapp 80% der 61-70-jährigen und mehr als die Hälfte der >70-jährigen Männer sexuell aktiv. Wichtig ist jedoch auch hier für die sexuelle Aktivität in höherem Alter, dass die Männer in einer festen Partnerschaft sind.

Die sexuelle Zufriedenheit mit vaginalem Geschlechtsverkehr, Küssen und Petting ist bei beiden Geschlechtern verknüpft mit der Zufriedenheit mit der Beziehung und die Beziehungsqualität verbessert sich, wenn das Paar miteinander schläft. Umgekehrt ist die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ein Hinweis auf die Beziehungsqualität.

Dennoch sinken die sexuelle Aktivität und Zufriedenheit mit Zunahme der Partnerschaftsdauer. Während bei Frauen der Wunsch nach Zärtlichkeit steigt, sinkt er bei den Männern mit zunehmender Dauer der Partnerschaft. Umgekehrt sinkt bei den Frauen jedoch die Lust auf Sexualität, während sie bei den Männern unverändert vorhanden ist. Hier ist die Herausforderung beide Partner auf einen gemeinsame und beide zufriedenstellende Ebene zu bringen!

Doch Sexualität ist wichtig für beide Geschlechter und nicht nur für die Beziehung und Kommunikation der beiden Partner, sondern auch für die Gesundheit.
Studien haben gezeigt, dass die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ein signifikanter Vorhersagewert für die Lebensdauer von Männern ist. Wer mehr als 2 Orgasmen/Woche hat lebt länger und verringert sein Risiko am Herztod zu versterben um die Hälfte.

Auch bei Frauen zeigt sich, dass peniler Geschlechtsverkehr gesund ist. Frauen, die regelmässig Geschlechtsverkehr haben haben einen niedrigeren Blutdruck und ein geringeres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.

Insgesamt weiß man, dass bei Männern die Quantität, also die Häufigkeit eine Rolle für den gesundheitsfördernden Effekt des Geschlechtsverkehrs spielt, während es bei Frauen die Qualität ist.

Leidet der Mann unter einer Potenzstörung, so ist auch die Sexualität seiner Partnerin negativ betroffen.

Frauen, deren Männer impotent sind, fühlen sich besorgt, schuldig, hilflos, frustriert, unattraktiv und zurückgewiesen. betroffen, denn Sexualstörungen betreffen immer das Paar und nicht nur eine einzelne Person. Studien zeigen, dass etwa 40% der Frauen in Deutschland unter zumindest einer Sexualstörung leiden. Viele Frauen haben Schwierigkeiten über sexuelle Probleme mit ihrem Partner oder anderen Vertrauenspersonen zu sprechen und bleiben alleine mit ihrem Problemen, da sie Scham und Angst abhalten sich medizinische professionelle Hilfe zu suchen. Dabei hat die Wissenschaft in den letzten Jahren große Fortschritte in der Erforschung weiblicher Sexualstörungen gemacht und gezeigt, dass auch bei Frauen eine Vielzahl von körperlichen, biologischen Ursachen für ihre Sexualprobleme vorliegen, die mit der richtigen Diagnostik & Ursachenfindung gut therapierbar sind.

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